Kleinbahnverein Rothenburg/O.L e.V.

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Geschichte
Kurz vor der Eröffnung lieferte Borsig die ersten zwei C-Kuppler an die Kleinbahn. Die Loks ODER und ELBE trafen Anfang Dezember 1907 in Rothenburg ein. Nach Eröffnung der zweiten Teilstrecke nach Priebus, im Mai 1908, stellte sich heraus, daß man mit den beiden Maschinen nicht mehr auskam. Die Gesellschaft bestellte bei Borsig eine weitere Lok. Die B-gekuppelte Maschine kam ab Oktober 1908 bei der KHRP zum Einsatz. Nach 1920 kam eine vierte Maschine nach Rothenburg, über die sehr wenig bekannt ist. Im Geschäftsbericht für das Jahr 1929 steht lediglich, daß die B-Lok 4 b wegen zu geringer Leistung verkauft und dafür von der Bunzlauer Kleinbahn eine C-gekuppelte Lok gekauft wurde. Einen weiteren Zugang hatte die Bahn im Jahr 1931 mit der Lok 5 b der Kleinbahn Neustadt-Gogolin.
Erst zu Beginn der vierziger Jahre dachte die Lenz & Co über eine weitere Modernisierung der Betriebsmittel nach. Für die Beschaffung einer 1'C-Lok mußte der Lokschuppen in Rothenburg verlängert werden. Außerdem wollte man bei dieser Gelegenheit auch gleich die Schuppentore entsprechend den Unfallverhütungsvorschriften von 3,5 auf 4,2 m verbreitern. Die Arbeiten wurden im September 1942 abgeschlossen. Neben der neuen Lok sollte auch ein zweiachsiger Triebwagen beschafft werden. Nach der Beschaffung dieser neuen Triebfahrzeuge sollte Lok 3 b wegen zu geringer Zugkraft ausgemustert werden. Der neue Triebwagen sollte in Priebus stationiert werden, was eine Verlängerung des dortigen Lokschuppens um 7 m erforderlich gemacht hätte. Diese Vorhaben konnten infolge des Krieges nicht realisiert werden. Lediglich die neue Lok, eine ELNA 2, wurde trotz der Kriegsereignisse im Jahr 1943 ausgeliefert. Wie bereits berichtet, ging das Personal mit dem rollenden Material Anfang Februar 1945 auf die Flucht. Sie führten drei Tenderloks, vier Ci-, zwei Pwg- und zwei G-Wagen mit. Die Lok 22 c war zu dieser Zeit in der Hauptwerkstatt Jauer, über deren weiteren Verbleib ist nichts bekannt. Ebenso konnte über die Bezeichnung der mitgeführten Fahrzeuge und deren Rückführung nichts in Erfahrung gebracht werden. Noch vor der Umzeichnung im Jahr 1950 verkaufte man die Lok 24 c an das Gaswerk in Dresden-Reick. Alle anderen Loks, u.a. auch die 3 b, wurden auf der geschrumpften Kleinbahn in den Bestand der DR übernommen.
Die Erstausrüstung des Wagenmaterials hatte Lindner in Ammendorf übernommen. Neben je zwei BCi- und Ci-Wagen lieferte Lindner zwei PwPosti. An Güterwagen hatte man aus dem Bestand der Preußischen Staatsbahn drei ältere Wagen übernommen. In der Folgezeit beschaffte man lediglich weitere G-Wagen, die in den Wagenpark der Preußischen Staatsbahn eingestellt wurden. 1929 bekam die KHRP aus diesem Bestand sechs O-Wagen zurück, wovon zwei an die Kleinbahn Neustadt-Goholin und vier an die Teltower Eisenbahn verkauft wurden.

Quelle: Archiv deutscher Klein- und Privatbahnen - Hans-Dieter Rammelt - Thüringen/Sachsen - transpress Strecken * Fahrzeuge * Betrieb
20.09.2018
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